skip to content

Spuren im Raum - Bronzeplastiken

Spuren im Raum - Bronzeplastiken von Kurtfritz Handel, Irmgard Sedler [Hrsg.]
Austellung September-November 2011, Katalog

Preis pro Stück:
€ 14,00
Inkl. Mwst.: 11% (Lei) / 7% (EUR)
zzgl. Versandkosten

auf Lager

Kategorie: Bücher
Seiten / Format: o.P.; Paperback
Erscheinungsjahr: 2011
Verlag: Museen der Stadt Kornwestheim
Sprache: Deutsch
ISBN: 9783981380637

Durch seine Erfahrungen im Kunstatelier der Gießerei Strassacker in Süßen beherrscht Kurtfritz Handel den aufwändigen Bronzeguss im Wachsausschmelzverfahren gestalterisch und handwerklich bis zur Vollkommenheit, so dass er in der Konsequenz im letzen Vierteljahrhundert seine eigene bildnerische Position verstärkt über eigenhändig gegossene Bronzeplastiken zu artikulieren vermag. Handels Kunst kennzeichnen einerseits die Rückbindung an die akademischen Bildhauertraditionen und deren Formensprache, andererseits die Suche nach neuen Formen schöpferischer Wirkung. Die Originalität seiner zumeist dem Figürlichen verhafteten Kompositionen liegt in der Leichtigkeit, die seinen Bronzeplastiken bisweilen Eindruck von Schwebeobjekten verleiht. Wie kaum ein anderer arbeitet Handel mit dem Spannungspotenzial von stofflichem Bronzematerial und unstofflichem Luftraum in den Aussparungen des modellierten Metalls, wobei das Unstoffliche als besonderes Fluidum und stoffliche Größe beinahe körperlich fassbar wird.

Inhaltlich lassen sich in der Ausstellung drei Themenblöcke ausmachen. Zum einen setzt der Künstler Landschaftserfahrung ins plastische Objekt um. Gewachsenes (Natur) und Geschaffenes (Architektur), aufgehügelte Kuhweiden und architektonisch durchgestaltete „Straßenabschnitte" sowie „Stadtquartiere" bieten sich der ästhetischen Betrachtung als melancholisches oder aber von Komik gestreiftes Landschaftserlebnis beziehungsweise als raumöffnendes Architekturgerüst an. Zum anderen schuf Handel speziell für diese Ausstellung einen Zyklus mittelalterlicher „Wehrtür"-Objekte, bei denen er gezielt auf die material-ikonographischen Parallelen zwischen gegossener Bronzeoberfläche und verwittertem Türblatt im Zusammenspiel von Holzmaserung und korrodiertem Abfallmetall mittelalterlicher Herkunft eingeht.

In einem weiteren Bereich wird die Präsentation durch Portraitplastiken ergänzt. Sie alle eint die gestalterische Tendenz, physiognomische Charakterisierung über das Beseelte, die Wandelbarkeit des Ausdruckes in der Bronzeplastik einzufangen. Über die Andeutung anatomischer Körperlichkeit im Fragmentarischen dislozierter Hände oder über Halsansätze gelingt Handel auch hier jene Ergänzung des Stofflichen durch das Unstoffliche, die schwebende Komprimierung der Materie.

Irngard Sedler

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren: