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„Voll ins Schwarze getroffen"

24. August 2018

Limericks von Kurt H. Binder im Schiller-Verlag

„Es hielt sich Franz Hypochonder/für sterbenskrank,/doch von der/Lektür‘ dieses Bands/ genas der Franz –/ naa, ist das ein Wonder??" So lautet der erste Limerick, zu lesen auf dem von Anselm Roth sehr auffallend und wirkungsstark gestalteten Schutzumschlag des vorliegenden Buches: „Sir Lim Erik gibt sich die Ehre“ von Kurt H. Binder, herausgegeben vom Schiller-Verlag Hermannstadt-Bonn. Man muss sagen: „Voll ins Schwarze getroffen“, der erste Limerick gibt die Richtung für die gesamte Sammlung der folgenden etwa 600 Limericks von Kurt H. Binder vor. Limericks haben leider seit Jahren nicht mehr den Stellenwert früherer Zeit, ob es an der Qualität liegt? Die vorliegende Sammlung hat Qualität und ist ein Beweis dafür, welche Freude die mit der treffenden Rhythmik versehenen Limericks beim Lesen entfalten können! Keine einfachen Pointen, passende Reime, Gefühl für die Sprache, ja und Rhythmus. Das sind die Waffen, die Kurt H. Binder in seinem Sammelband benutzt im Kampf gegen das Trübsal und der uns täglich auf das neue erreichenden „schlechten Nachrichten“! Lachen und sich erfreuen, sowie das Nachdenken sind nicht verboten, diesen Eindruck bekommt man bei der Lektüre des Buches und das ist sicher auch so gewollt. Kurt H. Binder ist ein Meister des spitzen Humors, er schafft den Spagat, die Sorgen und Ängste der Menschen in seinen Fünfzeilern so zu erfassen, dass man sich ein Lachen nicht versagen kann. Ganz besonders ist aber auch die Kunst, die der Sammlung innewohnt, wie weiland Till Eulenspiegel, uns als Menschen den Spiegel vorzuhalten: „Es filmt‘ ein Reporter beflissen eine Diva sogar beim Pissen. Denn schließlich hatte der nimmersatte Pöbel ein Recht darauf, ‘s zu wissen“! Kurt H. Binder gibt uns als seinen Zeitgenossen mit diesem gut sortierten Limerick-Band etwas in die Hand, das unser Leben erfreut! Ebenfalls im Schiller-Verlag Hermannstadt-Bonn erschien 2016 ein weiteres Buch von Kurt H. Binder, „Pitz und Tummes. Zwei Hermannstädter Purligaren“.

Lothar SCHELENZ, Hermannstädter Zeitung vom 24. August 2018

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