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Der lange Krieg : Siebenbürgen zwischen Sultan und Kaiser (1593 - 1606).

Der lange Krieg : Siebenbürgen zwischen Sultan und Kaiser (1593 - 1606). von Wilhelm Andreas Baumgärtner, Joachim (Mitwirkender) Gremm, Anselm (Mitwirkender) Roth
Wilhelm Andreas Baumgärtner / Baumgärtner, Wilhelm Andreas: Die Geschichte Siebenbürgens ; [Bd. 5]

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Kategorie: Bücher
Seiten / Format: 327 S. : Ill. ; 22 cm, 511 g; gebundene Ausgabe
Erscheinungsjahr: 2012
Verlag: Hermannstadt ; Bonn : Schiller
Sprache: Deutsch
Zustand: gebraucht; sehr gut
ISBN: 375772

[.] Mihai Viteazus Truppen verübten viele Verbrechen. Sie überfielen zahlreiche Ortschaften wie Honigberg (Harman/Szászhermány), Petersberg (Sânpetru/Barcaszentpéter), Heldsdorf (Halchiu/Höltövény) und brannten sie ab. Dann setzte sich der Heereszug westwärts in Bewegung über Zeiden (Codlea/Feketehalom) in Richtung Fogarasch und Hermannstadt. Zur gleichen Zeit passierte eine weitere walachische Heeres gruppe unter Radu Buzescu und Ban Udrea den RotenTurmPass und kam in die Zibinsebene. Um den 26. Oktober vereinten sich die beiden Heeresteile bei Talmesch (Talmaciu/Nagytalmács) und zogen weiter bis Schellenberg (Selimbar/Sellenberk), in die unmittelbare Nähe von Hermannstadt. [.] Mihai Viteazu besetzte das Dorf Schellenberg und richtete in dessen Nähe auf einem Hügel (Türkenhügel genannt) seinen Beobachtungsposten ein. Davor stellte er seine Truppen in zwei Schlachtreihen auf. In der ersten Linie auf der linken Flanke befand sich Baba Novak mit seinen Haiducken, in der Mitte waren berittene ungarische Söldner und an der rechten Flanke walachische, serbische und einige moldauische Truppen. In der zweiten Reihe befanden sich das walachische Landes aufgebot und die Szekler. [.]

Inhalt VorwortDer habsburgische Limes Vorgeschichte Der Grenzwall Die TürkenhilfeEin brüchiger Frieden Grenzfälle Türkenstreiche Grenze in Flammen Wege zum Krieg Die Lunte ist gelegt Osmanische Muskelspiele Zwischen Krieg und Frieden Der Kampf um Sissek Das Imperium schlägt zurück Der Beginn des KriegesDie Kriegsfackel brenntDer verlorene SiegKrieg ohne EndeWechselstimmung in Siebenbürgen Der Landtag von MediaschKaiser oder SultanFürstlicher Wankelmut Michael, der ungetreue Vasall Eine walachische Vesper Die Schlacht von C lug reniKniefall vor dem KaiserEin steiler Aufstieg Der siebenbürgische FeldzugHerrschaft über Siebenbürgen Moldauisches Abenteuer Ein tiefer Fall Fürstlicher Absturz Kampf ums Überleben Glückliche Wende bitteres EndeSturm im Ungarnland Siebenbürgisches Chaos Tage der AbrechnungDer Aufstand des Stefan Bocskay Im Westen viel Neues Absturz der Friedenstaube Der Fall von Kanischa Die gescheiterte Revanche Die erschöpften Krieger Wege zum Frieden Ein Sankt-Martins-Treffen Der Vertrag von Wien Von Wien nach Zsitvatorok Folgenreicher Bruderzwist Folgen und Ausblicke Eine letzte Báthoriade Von Rákóczy zu Báthory Krieg gegen die Sachsen Siebenbürgischer NachtragLiteraturnachweise Ortsverzeichnis Namensverzeichnis Flammende Grenze, brennendes Land. Es blitzten die Schwerter, es donnerten die Geschütze. Aus einem Kleinkrieg war ein großer Krieg geworden. Dieser große Krieg war auch ein langer Krieg, einer der mindestens 13 Jahre tobte. Ein langer Krieg? Denn was sind schon 13 Jahre angesichts der 489 Jahre, die die Türkenkriege in Europa insgesamt dauerten? Von der Schlacht auf dem Amselfeld 1389 bis zu dem Frieden von San Stefano 1878. Sie sind nicht mehr als eine kurze Episode, ein Wimpernschlag der Geschichte, gefolgt von Friedensverträgen, Waffenstillstandsabkommen, von Absprachen und Vereinbarungen, wie in den Kriegen vorher und den Kriegen nachher. Eine Art Ritual, das sich immer wieder wiederholte. Und trotzdem empfanden die Zeitgenossen diese Episode von 1593 bis 1606 als eine lange Zeit, gerade weil in jenen Jahren Friedensrituale fehlten, es zu keiner Friedensvereinbarung, zu keinem Waffenstillstand gekommen war, von einigen zaghaften Versuchen abgesehen. Deshalb wird dieser Krieg auch der 'Lange Krieg' genannt, von manchen auch der 'Dreizehnjährige Krieg' und von wieder anderen, den Ungarn, der 'Fünfzehnjährige Krieg'. Es ist in der Tat nicht ganz einfach, den Anfang dieses Konfliktes zu bestimmen. Denn zu dieser Zeit bedeutete Frieden nicht die Abwesenheit von Krieg, sondern lediglich die Abwesenheit einer offiziellen Kriegserklärung. Gekämpft wurde trotzdem, vor allem an den Nahtbereichen der beiden Imperien, des habsburgischen und des osmanischen, an ihrer langen Grenze, die von den slowakischen Karpaten über Ober- und Mittelungarn quer durch Slawonien und Kroatien bis zur dalmatinischen Adriaküste ging. Ein solcher Konflikt konnte auch für das restliche Europa nicht ohne Folgen bleiben. Die aus der Anfangszeit der Türkenkriege stammende Polarisierung – hier Christenheit, dort Muslime, hier Verteidiger des Abendlandes, dort Angreifer aus dem Morgenland – wurde durch neue Polarisierungen, die von machtpolitischen Interessen bestimmt waren, zurückgedrängt. Aktiv an diesem Krieg beteiligt waren neben den Hauptgegnern, dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und dem Osmanischen Reich, unter wechselnden Herrschern und in sich ändernden Bündniskonstellationen die osmanischen Vasallenstaaten Siebenbürgen, Moldau und Walachei, auf christlicher Seite der Heilige Stuhl und auf osmanischer das Khanat der Krimtataren. Die anderen europäischen Mächte beteiligten sich nicht direkt an diesem Krieg, einige unterstützen aber den Kaiser, andere, als dessen Feind, paktierten mit den Türken, wie zum Beispiel Frankreich und zeitweise auch die Republik Venedig. Flammende Grenze, brennendes Land. Es blitzten die Schwerter, es donnerten die Geschütze. Aus einem Kleinkrieg war ein großer Krieg geworden. Dieser große Krieg war auch ein langer Krieg, einer der mindestens 13 Jahre tobte. Ein langer Krieg? Denn was sind schon 13 Jahre angesichts der 489 Jahre, die die Türkenkriege in Europa insgesamt dauerten? Von der Schlacht auf dem Amselfeld 1389 bis zu dem Frieden von San Stefano 1878. Sie sind nicht mehr als eine kurze Episode, ein Wimpernschlag der Geschichte, gefolgt von Friedensverträgen, Waffenstillstandsabkommen, von Absprachen und Vereinbarungen, wie in den Kriegen vorher und den Kriegen nachher. Eine Art Ritual, das sich immer wieder wiederholte. Und trotzdem empfanden die Zeitgenossen diese Episode von 1593 bis 1606 als eine lange Zeit, gerade weil in jenen Jahren Friedensrituale fehlten, es zu keiner Friedensvereinbarung, zu keinem Waffenstillstand gekommen war, von einigen zaghaften Versuchen abgesehen. Deshalb wird dieser Krieg auch der "Lange Krieg" genannt, von manchen auch der "Dreizehnjährige Krieg" und von wieder anderen, den Ungarn, der "Fünfzehnjährige Krieg". Es ist in der Tat nicht ganz einfach, den Anfang dieses Konfliktes zu bestimmen. Denn zu dieser Zeit bedeutete Frieden nicht die Abwesenheit von Krieg, sondern lediglich die Abwesenheit einer offiziellen Kriegserklärung. Gekämpft wurde trotzdem, vor allem an den Nahtbereichen der beiden Imperien, des habsburgischen und des osmanischen, an ihrer langen Grenze, die von den slowakischen Karpaten über Ober- und Mittelungarn quer durch Slawonien und Kroatien bis zur dalmatinischen Adriaküste ging. Ein solcher Konflikt konnte auch für das restliche Europa nicht ohne Folgen bleiben. Die aus der Anfangszeit der Türkenkriege stammende Polarisierung hier Christenheit, dort Muslime, hier Verteidiger des Abendlandes, dort Angreifer aus dem Morgenland wurde durch neue Polarisierungen, die von machtpolitischen Interessen bestimmt waren, zurückgedrängt. Aktiv an diesem Krieg beteiligt waren neben den Hauptgegnern, dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und dem Osmanischen Reich, unter wechselnden Herrschern und in sich ändernden Bündniskonstellationen die osmanischen Vasallenstaaten Siebenbürgen, Moldau und Walachei, auf christlicher Seite der Heilige Stuhl und auf osmanischer das Khanat der Krimtataren. Die anderen europäischen Mächte beteiligten sich nicht direkt an diesem Krieg, einige unterstützen aber den Kaiser, andere, als dessen Feind, paktierten mit den Türken, wie zum Beispiel Frankreich und zeitweise auch die Republik Venedig.

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