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Rezensionen 2010

Dezember 2010

Geschichtegeschichtchen im Schatten der Wehrmauer »

Das jüngste Kinderbuch von Anne Junesch: „Familie Mausewitz“

Durch die alte sächsische Wehrmauer vor Straßenlärm und Erschütterungen geschützt leben einige Mäuse, Igel, Maulwürfe ... Wie bereits das „Ameisenvolk“ wurde der aktuelle Mäuse-Clan nebst Nachbarn mit besonderem Charme und Witz von Elke-Maria Klein illustriert: bunt und fröhlich.

Die Geschichte „Familie Mausewitz“ handelt von tapferen Mäuslein, die genau am 14. August 1708 die Mühlbacher von einer Kurutzenbesatzung befreit haben... [mehr]

Schriften des Bischofs Friedrich Müller II. herausgegeben »

Dr. Gerhard Schullerus: „Aus Verantwortung für die Kirche“

Von Gerhard Wagner (ADZ)

Auf rund 120 Seiten lässt der Herausgeber Dr. Gerhard Schullerus seinen Schwiegervater Bischof Friedrich Müller II. in chronologisch angeordneten Dokumenten zu Wort kommen und gewährt so dem Leser tiefe punktuelle Einblicke in die siebenbürgisch-sächsische Problematik der 40er bis 60er Jahre: Da musste den antichristlichen Verführern brauner und roter Art gewehrt werden, aber wie sie von Christen unterscheiden? An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen, rät Jesus... [mehr]

Ein Leben in Verantwortung »

Schriften aus dem Nachlass und Nachdrucke von Bischof Friedrich Müller

von Hannelore Baier (ADZ)

Das Buch hätte 2009 erscheinen sollen. In jenem Jahr jährte sich zum 125. Mal der Geburtstag und zum 40. Mal der Todestag von Friedrich Müller-Langenthal (1884-1969), dem Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien zwischen 1945 und 1969. Die Veröffentlichung kam schließlich im Dezember 2010 zustande: Unter dem Titel „Aus Verantwortung für die Kirche“ gab Gerhard Schullerus Schriften aus dem Nachlass und Nachdrucke von Bischof Friedrich Müller heraus... [mehr]

November 2010

Spuren, die vergehen »

Simon Geissbühler
Auf der Suche nach dem jüdischen Sathmar/Satu Mare
Hentrich & Hentrich Verlag: Berlin 2010, 104 S., zahlreiche Farb- und S/W-Abbildungen, ISBN 978-3-942271-00-4

Rezensent: Jürgen Henkel

Der vorliegende reich und sehr eindrucksvoll bebilderte Band bietet eine Spurensuche zu den Zeugnissen der jüdischen Kultur und Präsenz in der Region von Sathmar/Satu Mare im Nordwesten Rumäniens. Der Autor, Simon Geissbühler, ist Historiker und Politologe und als Diplomat an der Schweizer Botschaft in Bukarest tätig... [mehr]

Schäßburger Chronik erschienen »

Chronologische Daten wurden durch alte Fotos ergänzt

Fragmente daraus waren bereits im „Deutschen Jahrbuch 2010“ erschienen, nun liegt die „Schäßburger Chronik“ von Friedrich Karl Johann Mild als Büchlein vor. Versehen wurde die Chronik mit Anmerkungen von Gernot Nussbächer, illustriert ist das Buch mit rund 60 Reproduktionen aus dem Fotoarchiv von Julius Misselbacher. Erschienen ist das Buch soeben im Hermannstädter Schiller Verlag.

Friedrich Karl Johann Mild (1881 – 1974), den alten Schäßburgern als Dr... [mehr]

Oktober 2010

Tourismuswerbung auf 16 Seiten »

Schiller Verlag veröffentlicht Broschüre über Michelsberg

Nach Birthälm/Biertan hat nun auch das bei Hermannstadt/Sibiu gelegene Michelsberg/Cisnadioara seine eigene kleine Broschüre bekommen. Das 16-seitige Heftchen informiert Touristen und Gäste über die Sehenswürdigkeiten des Ortes. „Michelsberg und seine Burg – Ein Rundgang“ lautet der Titel, wobei die Autoren eher die Burg und Michelsberg hätten titeln müssen. Der Hauptattraktion des Dorfes widmen die Urheber der Broschüre ganze 13 Seiten... [mehr]

Neuauflage topografischer Blätter »

Karte „Hermannstadt und das Alte Land“ im Schiller Verlag erschienen

Mit „Hermannstadt und das Alte Land“ veröffentlichte der Schiller-Verlag kürzlich seine zweite topografische Teilkarte Siebenbürgens. Die Karte im Maßstab 1 : 50.000 ist eine ist eine Neuauflage der topographischen Blätter der Bukarester Direktion für Militärische Topografie/Directia Topografica Militara. Der Bearbeitungsstand datiert ungefähr im Jahr 1980, allerdings aktualisierte der Verlag Straßenverläufe und Stauseen, außerdem wurden deutsche Ortsnamen eingefügt... [mehr]

August 2010

Floristischen Reichtum erfasst »

Zum Buch „Wildpflanzen Siebenbürgens“

Im Atrium der größten Bibliothek Oberösterreichs in Linz wurde kürzlich das Buch von Elise Speta und Laszlo Rakosy „Wildpflanzen Siebenbürgens“ vorgestellt. Nach der Begrüßung des Auditoriums durch Dir. Dr. Christian Enichlmayr sprach Doz. Dr. Franz Speta, langjähriger Leiter des Biologiezentrums des Oberösterreichischen Landesmuseums, einführende Worte. Hierzulande sei der Begriff „Siebenbürgen“ bei jungen Leuten kaum bekannt, indes verbände man mit dem Terminus „Transsilvanien“ reflexhaft eine Horrorfigur, sagte der Ehegatte der Mitautorin... [mehr]

Auf der Suche nach dem jüdischen Sathmar »

Simon Geissbühlers Neuerscheinung „Spuren, die vergehen“

„Die Spuren waren zurückgeblieben. Aber die Zeit würde sie allmählich verwischen, und es wird nichts zurückbleiben“, mit diesem Zitat des deutsch-jüdischen Schriftstellers Edgar Hilsenrath wird das Buch eingeleitet. Der Autor Simon Geissbühler, Erster Mitarbeiter der Schweizer Botschaft in Bukarest, hat sich in drei Reisen nach Sathmar und Umgebung aufgemacht, um dort nach den vergehenden Spuren des jüdischen Lebens zu suchen, das im Holocaust fast vollständig ausgelöscht wurde... [mehr]

Transsylvanien und Gedanken »

Anmerkungen zu dem soeben erschienenen Buch von Bettina Schuller

<h4>von Hannelore Baier, ADZ vom 06.08.2010<h4>

„Die Kindheit“, „Nachkriegszeit und Sozialismus“, „Emigration“. Sie kennzeichnen die Lebensabschnitte der meisten in Rumänien geborenen Deutschen. Unter diese Begriffe wurden nun Erzählungen, Fabeln und Betrachtungen von Bettina Schuller zusammengefasst, die in einem Sammelband unter dem Titel „Transsylvanien – Spielplatz der Gedanken“ soeben im Schiller Verlag in Hermannstadt/Sibiu erschienen sind... [mehr]

Juli 2010

Kritisch und pointiert »

Annemarie Weber stellte ihr neuestes Buch vor

Annemarie Weber, Geschäftsführerin des Siebenbürgen-Instituts in Gundelsheim, stellte am Freitagabend ihr neuestes Buch „Rumäniendeutsche? : Diskurse zur Gruppenidentität einer Minderheit (1944 - 1971)“ im Erasmus-Büchercafé in Hermannstadt vor.

Anhand der deutschsprachigen Presse - die Autorin analysierte in ihrem Buch hauptsächlich das Archiv des „Neuen Weg“ - untersuchte Weber vor allem die „deutschen“ Identitätskonstruktionen in Rumänien zwischen 1944 und 1971... [mehr]

Karin Gündischs Jugendroman „Weit, hinter den Wäldern“ neu aufgelegt »

Es gibt Bücher, die lange im Gedächtnis bleiben. Bilder flackern auf, einzelne Wörter und Wortgruppen setzen sich fest und lassen wieder und wieder nachdenken. Zu diesen Büchern gehört zweifelsfrei das Jugendbuch „Weit, hinter den Wäldern“ der siebenbürgischen Autorin Karin Gündisch. Schon 1988 wurde der Roman bei Beltz & Gelberg veröffentlicht, war viele Jahre vergriffen und wurde nun in einer gestalterisch wunderschönen Neubearbeitung im Schiller-Verlag Hermannstadt/Bonn neu aufgelegt... [mehr]

Schnupperlehrgang Minderheitengeschichte »

Gerhild Rudolf schreibt in der ADZ vom 1. Juli 2010 über Anne Juneschs Buch "Frei":

Mirl und Johannes, die beiden Hauptgestalten in Anne Juneschs jüngster Erzählung, forschen nach ihrer Identität. Während Mirl mit einem Gipsfuß im Bett liegt, studiert sie die Geschichte der deutschen Minderheit(en) in Rumänien. In einem recht idyllischen Neppendorf entdeckt sie zusammen mit ihrem gleichaltrigen Nachbarn immer mehr Zusammenhänge: warum verschiedene Dialekte und verschiedene Sprachen gesprochen werden, welche Berufe in der jeweiligen Gemeinschaft Tradition haben, welche Nachbarin die besten „Sarmale“ kocht (die rumänische natürlich) und wie wichtig Freiheit und gemeinschaftlicher Zusammenhalt sind... [mehr]

Mai 2010

„Keine traurige Geschichte“ »

Doppelte Buchvorstellung im Erasmus-Büchercafé

Es muss nicht immer ein Krimi sein. So begründet der Bochumer Schriftsteller Werner Schmitz die Herausgabe des Buches „Mit der Sonne steh´ ich auf“. Der in den 1980-er Jahren mit seinen Kriminalromanen bekannt gewordene Schmitz hat gleich zwei Bücher über Siebenbürgen verfasst: den Kriminalroman „Das Karpaten-Projekt“, das im Dortmunder Grafit-Verlag Anfang des Jahres erschien und „Mit der Sonne steh’ ich auf“, das die Lebensgeschichte von Sara Dootz, der Burghüterin aus Deutsch-Weißkirch, beschreibt... [mehr]

April 2010

Dreisprachige Heilkunde »

Medizinisches Lehrbuch neu aufgelegt

Die Neuaflage des Buches des Kronstädter Stadtarztes Paulus Kyr von 1551, „Die Gesundheit ist ein köstlich Ding“, wurde am Samstag im Erasmus-Büchercafé vom Herausgeber Robert Offner vorgestellt. Aktuelle Anmerkungen, Ratschläge, Schwarz-Weiß-Abbildungen sowie ein alphabethisches Verzeichnis von 208 der bekanntesten Lebensmittel jener Zeit vermitteln dem wissbegierigen Leser einen Einblick in die Lebensführung und Denkweise im Siebenbürgen des 16... [mehr]

Nahezu unentdeckte Orte „Städte im südlichen Siebenbürgen“ »

ein Kulturreiseführer von Arne Franke

Städte wie Broos/Orastie, Großenyed/Aiud oder Fogarasch/Fagaras verbindet ein gemeinsames Schicksal. Sie stehen im Schatten der bekannten Touristenmagnete der Region Hermannstadt/Sibiu oder Kronstadt/Brasov. Zu Unrecht, meint Arne Franke, der in seinem jüngsten Buch sieben der kleinen Städtchen und die etablierten Anziehungspunkte vorstellt. Der Kulturreiseführer von Franke führt den Leser in die historischen Kerne von zehn südsiebenbürgischen Städten... [mehr]

Weise Ratschläge für die Gesundheit »

Das Gesundheitslehrbuch des Kronstädter Arztes Paulus Kyr

Die Wohlfühlwochenenden sind bereits „im dunklen Mittelalter“ entdeckt worden: Wer das nicht glaubt, soll einen Blick auf den Umschlag des neuesten Buchs von Robert Offner werfen, der in einem 380 Seiten starken Band das Gesundheitslehrbuch des Kronstädter Arztes Paulus Kyr aus dem Jahr 1551 auf Latein, Deutsch, Rumänisch und Ungarisch neu aufgelegt hat. Auf dem Buchdeckel baden lustige Paare in einem Badehaus, sie sitzen in großen Badewannen, Essen wird aufgetischt, ein Musiker spielt auf und die Vertreter der weltlichen und geistlichen Macht, ein Prälat und ein Herzog passen auf die guten Sitten der nackten Paare – vergebens – auf, denn unmissverständliche und unsittliche Handgreifungen sind auch zu sehen... [mehr]

Mata Hari in Rumänien? »

Zur Biographie der „Nazi-Agentin“ Edit von Coler

Den Buchumschlag ziert das Porträt einer eleganten, im Stil der 1920er Jahre gekleideten Dame. Die ansprechende Gestaltung des Covers in den Reichsfarben schwarz-weiß-rot (gleichzeitig die der Hakenkreuzflagge!) und der Untertitel „Als Nazi-Agentin in Bukarest“ wecken die Neugier des Lesers. Das im Hermannstädter Schiller-Verlag erschienene Buch des Franzosen Jacques Picard versucht Licht in das Wirken einer geheimnisvollen Akteurin auf der politischen Bühne Rumäniens vor 1939 und nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs zu bringen... [mehr]

Eine schillernde Persönlichkeit »

Zum Buch von Jacques Picard „Edit von Coler. Als Nazi-Agentin in Bukarest“

Sie wurde 1895 in Berlin-Charlottenburg in eine Künstlerfamilie geboren und wuchs mit dem Bewusstsein auf, zu der privilegierten deutschen Gesellschaftsschicht zu gehören. Dieses Bewusstsein wird auch im zerbombten Berlin und durch den Krieg zerstörten Deutschland nicht erschüttert. 1917 ging sie eine Vernunftehe ein, die ihr jedoch zum Adelstitel verhalf. 1914 hatte sie sich bei Ausbruch des Krieges im Zivildienst engagiert, den Versailler Vertrag empfand sie als persönlichen Affront... [mehr]

März 2010

Ein Lesebuch durch 300 Jahre siebenbürgische Geschichte »

In den Archiven Siebenbürgens verbergen sich wahre Schätze, Kuriositäten oder einfach inter­essante Dokumente der vergangenen Jahrhunderte. Zu Gesicht bekommen diese in der Regel nur die Archivare des Landesarchivs der evangelischen Kirche in Rumänien oder Forscher, die sich durch dieselbigen arbeiten. Eine Auswahl an pubikationswürdigem Material hat die Leitung des Landesarchivs im Dezember 2009 unter dem Titel „Goldkörner II. Historisches Lesebuch aus den Archiven der Evangelischen Kirche A... [mehr]

Februar 2010

Subjektive Anthologien »

„Sommertage in Birthälm“ und „Transilvania mon amour“

Zwei ausgewanderte Siebenbürger, Gerda Ziegler und Dieter Schlesak, haben je eine lesenswerte Anthologie herausgegeben, die einen subjektiven Blick auf die Literatur- und Kulturlandschaft Siebenbürgen anbieten.

Der von Dieter Schlesak herausgegebene Band „Transilvania mon amour“ enthält zunächst eigene Texte des gebürtigen Schäßburger Schriftstellers, ergänzt mit Texten bekannter und weniger bekannter Siebenbürger Autoren und Autorinnen, die Schlesak ausgewählt hat... [mehr]

Januar 2010

„Weltkulturerbe in Siebenbürgen“ »

Reiseführer stellt die neun Stätten der UNESCO-Liste vor

Der von Anselm Roth und Holger Wermke bearbeitete Reiseführer ist Ende letzten Jahres erschienen und insofern sehr zu begrüßen, als er in mehrfacher Hinsicht Lücken schließt. Zum einen stellt er gleich einem Vorspann die 1972 verabschiedete UNESCO-Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt vor und erläutert die Schutzmechanismen, deren Grundlage die Welterbeliste bildet. Zum anderen informiert er erstmals das deutschsprachige, reise- und kulturbeflissene Publikum über die Kulturstätten von „herausragender, weltweiter Bedeutung“ (so der Text der Welterbekonvention), die in Siebenbürgen besichtigt werden können... [mehr]

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